Potsdams musikalisches Stadtbild

Kennt jemand mehr als eine Potsdamer Band, die in Besitz eines Plattenvertrages und außerhalb des Landes Brandenburgs bekannt ist? Außer Subway To Sally gibt es keine andere Band, die mit ihrer Musik Menschen begeistert und gleichzeitig versucht davon zu leben. Welcher Musiker begibt sich auch schon auf den steinigen Weg einer Musikkarriere in einer Zeit, in der 360-Grad-Plattenverträge zum Standard des Musizieren geworden sind? Doch es gibt eine Alternative zur kommerziellen Musik und diese liegt fast vor der Haustür.

Mit geschärftem Blick kann in der alternativen Musikszene Potsdams eine Hochburg an talentierten Bands und Musikern gefunden werden, die mit einem ganz eigenen Sound regelmäßig in Potsdam auftreten. Darüber hinaus bereist ein Großteil davon mehrmals im Jahr die Bundesrepublik und spielt, auf Einladung oder auf Selbstinitiative, an verschiedenen Orten mehrere Konzerte. Dort besteht die Möglichkeit andere Bands zu treffen und diese zum gemeinsamen Musizieren in die brandenburgische Hauptstadt einzuladen.

Viele alternative Projekte bieten Raum, um mit dem richtigen Know-How ein Konzert zu organisieren und mit der nötigen Mundpropaganda finden sich für weniger als fünf Euro Eintritt mehr als zwanzig Zuschauer am Abend ein. Natürlich trifft alternative Musik nicht den Geschmack eines jeden, doch die Veranstalter bemühen sich Abwechslung in das Programm zu bringen und eine Vielfalt an Sub-Genres der alternativen Musikkultur zu organisieren.

Vielleicht findet sich unter den Besuchern die ein oder andere Band zusammen und geht auch dem Musik spielen nach oder probiert sich mit einem neuen Musikstil in einer neuen Band aus. Jedoch fehlt es an Raum und der noch vorhandene verringert sich immer mehr. So musste das Archiv am Ende des letzten Jahres seine Proberäume, im Zuge von Sicherheitsmängeln im Gebäude, schließen und eine Bandbreite an Bands samt Equipment vor die Tür setzen.spartacus_hp

Die meist jungen Menschen wissen derzeit nichts mit ihrer Energie anzufangen und haben sich nach kommerziellen Proberäumen umgesehen, welche jedoch nur für wenige bezahlbar sind. Damit stehen die Bands vor der Auflösung ihres Hobbys und somit würde ein wichtiger Teil der Struktur weggefallen, die dafür verantwortlich ist, dass Potsdam über eine bekannte, musikalische Subkultur verfügt. Es liegt mal wieder an der Stadt zu entscheiden, ob alternative Kunst in Potsdam weiterhin einen Raum hat.

(pe)

Comments are closed.