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Was wir wollen

Mit dieser Zeitung wollen wir, verschiedene Menschen aus Potsdam, einige Standpunkte mitteilen, die uns beschäftigen. Gerade vor dem Hintergrund, dass in Potsdam viel passiert, viel gebaut und investiert wird und sich die „Repräsentanten“ gerne als Erfolgsstory verkaufen, stellen wir uns die Frage: Haben auch wir in Zukunft einen Platz in dieser Stadt? Oder wird sich das Gefühl der immer weiter auseinander klaffenden Schere bestätigen, sodass wir uns immer weiter von Potsdam entfremden, von Entwicklungen ausgeschlossen sind? Sicherlich hat das auch mit den gesamtgesellschaftlichen Verhältnissen zu tun, in denen wir leben. Doch eine Stadt kann sich in unterschiedliche, auch verschiedene parallel verlaufende Richtungen entwickeln. In jüngster Zeit hat sich ein insgesamt eher negativer Eindruck durchgesetzt. Entgegen der öffentlichen Darstellung der Stadt sorgen wir uns um die Zukunft. Es wird immer schwieriger bezahlbaren Wohnraum zu finden. In ganzen Stadtteilen hat sich die Bewohner_innenstruktur innerhalb eines Jahrzehnts nahezu ausgetauscht. Waren früher die Stadtteile sozial gut durchmischt, ist momentan eine Polarisierung der Viertel zunehmende Realität.

Die Kulturangebote und Freizeitmöglichkeiten richten sich zunehmend an diejenigen, die es sich noch leisten können. Stattdessen wird fleißig an einem preußischen Innenstadt- Freilichtmuseum gebastelt, dass scheinbar keinen Raum mehr für eine lebendige alternative Kulturszene vorsieht. Zumindest wird sie als Störfaktor empfunden, sofern sie sich frei entfalten möchte. Doch die Entfaltung im freien Raum ist notwendig, um sich von den Fesseln des Alltages, der Arbeit, Ausbildung oder Schule zu lösen. Der freie Raum ist nicht festgelegt. Es ist egal ob es sich dabei um öffentliche Plätze, Parks, Kulturprojekte oder Jugendzentren handelt. Sie lassen unseren Gedanken und unseren Ideen gleichermaßen freien Lauf.

Inhaltlich geht es in „Hallo Potsdam!?“ vor allem um Stadtentwicklung und Lebensqualität. Hierfür gab die jüngste Auseinandersetzung um schwindende Jugend- und Soziokultur in Potsdam den letzten Anstoß zu diesem Projekt. Wir wollen die Konfrontation zwischen der Stadtverwaltung und der Potsdamer Protestbewegung beleuchten. Im Herbst 2008 fanden eine erfolgreiche, öffentliche Hausbesetzung und eine Demonstration von über 1.600 Menschen statt. Menschen, die ihre Interessen und Wünsche nicht vergessen sehen wollen. Das Thema der bedrohten Jugendeinrichtungen und Kulturangebote fand zwar in der Tagespresse ausreichend Erwähnung, doch kommen wir nicht daran vorbei, noch einmal unsere Perspektive zu schildern. Vor allem weil wir den Zusammenhang zu allgemeinen Stadtentwicklungen sehen. Führt mensch sich diesen Zusammenhang vor Augen wird schnell klar, dass es nicht um eine Minderheit geht. Denn betroffen sind viele – auf unterschiedlichen Ebenen. In der Minderheit sind eigentlich diejenigen, die an den Bedürfnissen der Mehrheit vorbei planen.

Herausgeber_in:

Initiative Kritisches Potsdam
Mail: hallo-potsdam@gmx.de
& AStA der Universität Potsdam
Am Neuen Palais 10, D-14469 Potsdam
web: www.asta.uni-potsdam.de

Wir bedanken uns bei allen, die uns tatkräftig unterstützt haben!
Für die Beiträge sind die jeweiligen Autor_innen, nicht die Redaktion verantwortlich.

fs (Fabrizio Schulze), cl (Claudia Ludwig), mv (Marcel Vogaine), pe  (Peterson), kl (Karl Liebermann), ah (Andrej Holm), jb (Jens Büchner), ak (Ariane Köhler), eh (Elke Hoffmann), ma (Mareike Anders), cd (Christian Dahlisch), nm (Natascha Manowicz), wr (Dr. Walter Raffauf)

Druck:

Lausitzer Rundschau Druckerei

Auflage:

40.000